Ferien im Verzascatal

Anlässlich meines Sabbaticals vor drei Jahren waren wir für zwei Wochen in einem Rustico in Berzona (Vogorno). Madeleine konnte uns das kleine Häuschen wieder buchen.

Samstag, 22. Juli 2017

Nach einer stressfreien Fahrt über den Gotthardpass sind wir bei hohen Temperaturen im Verzascatal angekommen und freuten uns auf das Nachtessen in der Osteria Paradiso. Das ging beinahe in die Hose, weil man von unserer Reservation keine Kenntnisse zu haben schien. Den Beweis lieferte der Anrufverlauf des Smartphones, mehr Platz wurde aber dadurch nicht geschaffen, aber die Flexibilität derart erhöht, dass es für uns doch noch reichte (auch die zweite Reservation ging in die Hose und wir fanden trotzdem einen Platz, erst bei der dritten klappte dann alles…). Mia weilt noch an den Nachwuchsschweizermeisterschaften im benachbarten Tenero, stösst aber am Sonntag wieder zu uns.

In der Osteria Paradiso. Familiensalate, Risotto und Appenzeller Bier…
Sonntag, 23. Juli 2017

Madeleine hat Lily und mich zum Ponte Doppio in Lavertezzo gefahren, damit wir uns abkühlen konnten. Taxi war nötig, weil wegen Sonntag das Verzascatal mit Italienern überschwemmt ist und es nirgendwo mehr Parkplätze hat. Sicher ein Grund mit dazu ist ein Video, das in der Lombardei viral gegangen ist und genau die Orte zeigt, an denen wir auch waren. Von der 11 m hohen Brücke sind wir zwar nicht gesprungen, aber erfrischend war das Bad allemal und die wasserdichte, 11-jährige Kamera hat noch immer gute Bilder gemacht.
Ach ja, einen Frosch beim Brunnen gleich bei unserem Rustico hat Madeleine auch wieder entdeckt. Letztes Mal wurden wir ja Zeuge, wie eine Schlange einen solchen gefressen hat. Diesmal blieb uns gottseidank die «Nahrungskette live» erspart.

Ponte Doppio in Lavertezza. Die Verrückten springen von der 11 m hohen Brücke
Das Ungeheuer von Lavertezza…

 

Zum Abschluss der NSM in Tenero noch übermütig. Lia, Mia und Lily schwammen in Kleidern noch zum Floss im Lago Maggiore
Frosch beim Brunnen (ohne Schlange)
Montag, 24. Juli 2017

Nachdem wir gestern Mia wieder in Empfang nehmen konnten, waren wir heute komplett und damit auch wieder «einkaufsfähig»: Was wir aber im Centro Tenero erlebten, habe ich so noch nie gesehen: 100 Mio. Leute, 200 m Schlange für die Einfahrt (!) ins Parkhaus – einfach unglaublich. Vermutlich waren alle Italiener, die gestern das Valle Verzasca verstopften, heute im Centro Tenero.

Stau und unglaublich viele Leute im Centro Coop in Tenero. Ich habe noch nie so viele Leute in einem Lebensmittelladen angetroffen.

Aber auch das brachten wir hinter uns. Dann wären wir gerne im Val d’Osura den natürlichen Pools nachgegangen, statt dessen führte das Oberhaupt der Familie die Familie auf einen Pfad Richtung Màtar. Wäre sicher auch schön gewesen, aber mit dem Baden hätte es dann nicht so geklappt. Also das Ganze halt und retour. Zu einer seichten Abkühlung sind wir dann trotzdem noch gekommen.

Falscher Weg. Eigentlich wollten wir in Val d’Osura, aber das Familienoberhaupt hat’s verkackt.
Dienstag, 25. Juli 2017

Mit der Weigerung gestern, im coop Brot zu kaufen, hatte ich mir was eingebrockt. Natürlich wollte ich wieder das phantastische Pane di Valle Maggia aus der Panetteria in Gordola. So bin ich denn heute Morgen «ins Tal runter» gefahren, nur um festzustellen, dass unsere Panetteria zur Pizzeria mutiert hat. Die Suche nach einer Bäckerei war nicht ganz einfach, aber schliesslich wurde ich in Tenero noch fündig.

Verzasca Diga – Höhe der Staumauer 220m, Spannbreite 320m. Blick in Richtung Berzona.

Den Nachmittag verbrachten wir wieder am Ufer und in der Verzasca bei Lavertezza. Natürlich ist das Wasser kalt, aber nicht gleich «schnaufabstellend». Jedenfalls haben wir’s genossen…

Ausgewaschene Steinformationen
Mittwoch, 26. Juli 2017

Letztes Mal entdeckten wir ein natürliches Schwimmbecken hinter Corippo, einem munzigen, an einen steilen Abhang geklebten Dörfchen (übrigens die kleinste Gemeinde der Schweiz – 13 Einwohner).

In Corippo

Es scheint immer noch unbekannt, jedenfalls waren wir wieder alleine dort. Leider machte sich auch die Sonne etwas rar, so schwand die Motivation für ein Bad deutlich. Nicht bei Lily und nur zur Hälfte bei Mia.

Unsere Trautheit wurde nur kurz durch ein paar Canyoneers gestört, sonst waren wir an unserem letztes Mal entdeckten Ort alleine, allerdings machte sich auch die Sonne rar.

Als wir mit dem Postauto wieder in Berzona ankamen, brannte die Sonne wieder gnadenlos – na ja, man kann nicht immer alle haben…

Donnerstag, 27. Juli 2017

Für die Kinder stand klar die Bob-Bahn auf der Alpe Foppa im Vordergrund, Madeleine war leider schlecht und so machte ich mich schliesslich alleine auf zum Monte Tamaro. Dort wurde ich mit einer grandiosen Rundsicht belohnt. Tageszeit und Wetter waren für Bilder nicht gerade ideal, aber trotzdem.

Gut sichtbar das Centro Sportivo Nazionale della Gioventù, wo letzte Woche Mia noch die NSM bestritten hat.
Blick auf Gordola und die Verzasca-Staumauer
Maggia-Delta und Locarno
Wird oft fälschlicherweise für den Monte Tamaro gehalten, heisst aber Ul Mött Tund
Mauersegler auf dem Monte Tamaro. Links unten die Alpe Foppa mit Mario Bottas Cappella Santa Maria degli Angeli
Blick ins Maggia- und Verzascatal
Monte Rosa- und Mischabel-Gruppe vom Monte Tamaro aus
Gipfelkreuz Monte Tamaro (1’962 m)
Monte Tamaro mit Walliser Alpen im Hintergrund
Diesen Weg zur Alpe Durango machten wir das letzte Mal. Teil der Sauschwänzli-Wanderung (intern).

Abgerundet wurde das Ganze durch einen Besuch im Splash & Spa in Rivera, wo natürlich den Speed-Junkies wieder einige Möglichkeiten geboten wurden.

Freitag, 28. Juli 2017
Wir konnten jeden Tag draussen essen – manchmal waren wir sogar gut gelaunt…

Ein letztes Mal Baden in der Verzasca. Diesmal etwas weiter oben im Tal, bei Brione, wo Osura und Verzasca zusammenfliessen und ein paar schöne Becken mit Sand- und Kiesstränden gebildet haben. Da es gut zugänglich ist, ist es ein Paradies für Hündeler mit ihren Tieren in ihrer eben eigenen Selbstverständlichkeit: Viele Hunde laufen frei herum oder werden an 10 Meter langen Leinen gehalten, was dann einen theoretischen Platzbedarf von über 300 m² ergibt. Und es wird fröhlich in den Sand und zwischen die Steine gepisst und geschissen – richtig widerlich. Man muss dann wirklich in etwas schwierigeres Gelände wechseln, um von dieser Plage nicht behelligt zu werden (Nebenbemerkung: Ich bin mit Hunden aufgewachsen und habe keine Berührungsängste mit Tieren, aber das ist einfach degoutant).

Zusammenfluss von Osura und Verzasca
Letztes Bad im kristallklaren Wasser
Samstag, 29. Juli 2017

Es ist schon eine Gegend, in der man sich länger aufhalten könnte. Dazu auch die Frage von Lily: «Wo wollt ihr eigentlich einmal hin, wenn ihr alt seid – also noch älter als heute… ?». Das ist sicher eine Option. Aber alles in allem war das Tessin total überlaufen, es ist teilweise schon grenzwertig.
Das war dann auch mit ein Grund dafür, dass wir am Samstagmorgen in Gordola nicht noch nach rechts nach Locarno abgebogen sind, sondern gleich heimfuhren. Am Stau vorbei über den Gotthardpasspass wie bei der Hinfahrt, in etwas mehr als dreieinhalb Stunden von Berzona nach Schaffhausen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.