Ein gelegentlicher Taucher im Hallen- oder Freibad ist ja nichts aussergewöhnliches. Ein richtiger Taucher mit Sauerstoffflasche ist schon eher ungewöhnlich.

Im Zusammenhang mit der Herrichtung der Wintertauglichkeit des Aussenbeckens in der KSS aber nicht. Um die Ballonhülle über das 50m-Becken zu «stülpen», müssen alle Installationen wir Startböcke oder Einstiegsleitern abmontiert werden und irgendwie nach Abschluss wieder auf ihren Platz zurück. Dazu braucht es dann einen Unterwassermonteur.

Die Überdachung wurde zum 14. Mal durch einen Vertreter des Herstellers, durch Personal der KSS und Helfer aus den Vereinen des SC Schaffhausen, der SLRG und Tristar in kräftezehrender Arbeit aufgestellt. Wir alle hoffen auf einen mutigen politischen Entscheid zur grosszügigen Erweiterung der Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Stadions Breite (so wie z.B. in Uster), denn die Folie ist langsam etwas sehr steif geworden (die Garantie ist vor 4 Jahren abgelaufen), was die Verankerung unheimlich mühsam macht.

Nach einer feuchten Nacht musste die Hilfsfolie über der Wasseroberfläche zuerst einigermassen getrocknet werden, weil es sonst unmöglich ist, die tonnenschweren Teile der Innen- und Aussenhaut in Position zu ziehen und mit Hunderten Schrauben zu verbinden.
Innen- und Aussenhaut bestehen aus je drei tonnenschweren Teilen, die ausgerollt und dann teilweise auch mit roher Kraft in Position gebracht werden müssen, bevor sie dann zusammengeschraubt und verankert werden können.
Die Pump- und Heizzentrale. Der Überdruck in der Halle wird durch eine elektrische Luftpumpe erzeugt, die bei Stromausfall mit einem Benzingenerator überbrückt werden kann. Dazu ist eine Heizungseinheit integriert, damit die hineingeblasene Luft auch eine akzeptable Temperatur hat (wirklich warm ist es bei Eistemperaturen draussen nie wirklich, aber akzeptabel).
Die Hilfsfolie oder auch die ausgelegte Hülle sind begehbar, als Helfer kommt man also in den Genuss des Privilegs des «über das Wasser gehen»…
Langsam nimmt das Teil Form an.
Noch gleicht die Halle eher einer Riesenqualle.
Pump- und Heizzentrale.
Das Einsetzen der vorderen Drehtür ist dann der eigentliche «Höhepunkt» des Aufbaus.
Der Taucher bei der Arbeit.
So sieht es doch schon wie eine Schwimmhalle aus. Noch fehlen Beleuchtung und weitere Installationen.

Das Helfen beim Aufstellen ist auch ein Workout. Vor allem das zurechtziehen der schweren Blachen, die man kaum halten kann, fährt in Finger und Unterarme. Nach 10 Stunden jedenfalls habe ich gespürt, was ich heute gemacht habe. Vermutlich bin ich morgen ein «Ganzkörpermuskelkater»…

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