Festtage in Blatten

Wie letztes Jahr entzogen wir uns dem Weihnachtsrummel ins Oberwallis. Wiederum nach Blatten bei Naters, diesmal mit deutlich mehr Schnee (s. Blatten 2016).

Ich habe für den 22. bereits frei genommen, es gibt vor der Abfahrt in die Ferien immer noch so viel zu tun. Abgesehen davon, dass ich ausser der Wäsche noch nichts gepackt habe. Die wichtigste Aufgabe aber war es heute, mit den Kindern zum Impfen gegen Masern, Mumps und Röteln zu gehen.
Also noch einkaufen, packen und etwas nach vier Uhr sind wir dann Richtung Realp abgefahren. Meine Prämisse war klar: Nicht Nordring und bei Amsteg von der A2 weg auf die alte Gotthardstrasse. Glücklicherweise zeigte auch das Navi die Route durch Zürich an, aber auch dort standen wir einige Zeit im Stau. Nach Amsteg konnten wir von der alten Gotthardstrasse aus den 6km-Stau vor dem Gotthard-Tunnel bewundern. Wie eine rote Girlande ins Urnertal gelegt…
Die Fahrt nach dem Furka-Autoverlad zieht sich und ich war schon ziemlich müde nach knapp über vier Stunden Nettofahrzeit, praktisch alles in Dunkelheit und Regen oder Schnee. Aber leider war’s damit noch nicht vorbei. Madeleine hatte ihre Wunschwohnung im 3. Stock gebucht. Und klar, einen Lift gibt’s hier nicht. Beim Schleppen des nicht wenigen Gepäcks halfen die Kinder tatkräftig mit. Und auch die Betten waren (aufpreispflichtig) bereits bezogen…

Skifahren, Snöben, Schneeschuhlaufen, Fitness und Jassen

Da soll einer sagen, wir seien nicht polivalent. Jeder macht etwas anderes: Madeleine fährt Ski, Lily Snowboard, ich bin mit geliehenen Schneeschuhen unterwegs und Mia hängt am iPhone. Mindestens begleitete sie mich am Nachmittag noch ins Fitness.
Am Abend stand Teil eins der Einlösung von Madeleines Geburtstagsgeschenk auf dem Programm: Jassen. Wenigstens mit Deutschschweizer Karten, damit die Kinder, falls sie mal im Kollegenkreis dazu kommen sollten, nicht diskriminiert sind. Wir spielen mit offenen Karten und nur einfach Trumpf.

Am Morgen deutete noch nichts auf einen Prachtstag hin
Lily macht Pause auf der Belalp
Das Plateau der Belalp liegt auf 2’000 m. Letztes Jahr war auch hier der Schnee knapp.
Ich machte meine erste Schneeschuhwanderung auf’s Burge
Das gewaltige Zoom der Nikon P900: Das Bild links mit (umgerechnet) 24 mm Brennweite (der Paraglider ist gerade noch sichtbar), das Bild rechts mit 1’400 mm (noch nicht ausgereizt, 2’000 mm wären möglich)
Nachmittäglicher Winterwald

Päcklihaufen höher als der Christbaum

Ja, der Traum ist wahr geworden: Die Hälfte des Gepäcks waren Geschenke zu Weihnachten und die türmten sich nun um den Christbaum. Um den Vorwurf der dekadenten Geschenk-Völlerei etwas zu entkräften muss gesagt sein, dass es sich beim Christbaum um unser portables Plastikbäumchen handelt, mit dem wir jeweils etwas Weihnachtsstimmung in die nüchternen Reka-Stuben zu bringen versuchen.
Lily war schon am Morgen ganz aufgeregt und konnte kaum erwarten, zu schenken und beschenkt zu werden. Es waren alles sehr persönliche Gaben, aber zwei Dinge sind schon herausgestochen: Mias Leatherman-Tool und die Popcorn-Maschine für Lily von Mia. Letzteres wurde dann natürlich auch gleich ausprobiert und hat genial funktioniert. Seither popts ziemlich häufig (wenn nicht gerade Mailänderli oder Par a d’Oore [Panettone] vertilgt werden).
Ach ja, jassen stand natürlich auch wieder auf dem Programm…

Getrennte Programme

Madeleine und Lily waren auf der Piste, ich machte mich mit Mia auf zur Burge, dem Felsvorsprung über Blatten. Mit den geliehenen Schneeschuhen kein Problem, die Berggeiss meinte zwar, es wäre auch ohne gegangen. Stimmt, aber viel mühsamer, denn obwohl der Weg grösstenteils festgetreten war, hatte es immer wieder Abdrücke von normalen Schuhen, die bis 40 cm tief waren.
Ach ja und dann jassen…

Mia war bereits das erstemal scheinbar routiniert unterwegs
Wiederum war Burge das Ziel
In der Blattnerschliecht
Natürliche Höhlen

Familienschlitteln und Raclette

Nach drei sonnigen Tagen war der heutige etwas durchzogen, mehrheitlich bewölkt. Nachdem Madeleine ihr Knie etwas lädiert hatte, Lily mit ihrem übertretenen Fuss haderte und Mia mit der Faulkrankheit kämpfte, war heute frohes Familienschlitteln angesagt. Die Schlittelbahn von der Belalp nach Blatten gehört zu den 10 besten der Schweiz, so wurde es mindestens in der letzten SonntagsZeitung kolportiert. Da ich mit der Foto-Vorbereitung noch beschäftigt war, musste ich hinten drein fahren und verpasste die richtige Abzweigung. Ich wunderte mich schon, wie steil und schnell das voranging, bis ich merkte, dass ich auf die Skipiste gelangt war. Der Aufstieg war dann ziemlich mühsam. Aber Mia hat gewartet und zu zweit machten wir uns auf die Verfolgung von Madeleine und Lily. Na ja, am Anfang ging’s ja noch ziemlich flott voran, aber dann wurde die Fahrstrasse immer flacher und es war teilweise etwas mühsam, auch weil der Schlittelweg und die Talabfahrt identisch sind. Spass gemacht hat’s trotzdem und anstrengend war’s auch – ein zweites Mal wollte sich das aber niemand antun.

Lily führt…
Von der Belalp nach Blatten – 700 m Höhendifferenz

Am Abend waren wir zum Raclette-Plausch à discrétion im Hexenstübli – und haben uns vollgefressen (Schande über uns)!
Ach ja, jassen…

Madeleine alleine auf der Piste

Während Mia voll die Faule raushängt, zeigt Lily doch zwischen ihren ewigen iPhone-Sessions etwas Wille zur Bewegung. Tapfer macht sie sich zusammen mit Madeleine auf, die Berge zu erobern, kommt aber schon relativ schnell wieder zurück: Ihr Fuss schmerzt zu sehr. Damit hat Madeleine zwar freie Fahrt, aber alleine ist es langweilig. Ich bin derweil mit den Kindern ins Fitness, im Anschluss daran vergnügten sie sich noch fast zwei Stunden im Hallenbad. Aber auch ein solch «langweiliger» Tag ist ein Genuss. Nicht wirklich müssen (nur Mathe, Skip-Bo und Jassen), sondern nur dürfen und dann halt auch nicht wollen…

Burge von unten

Schlitteln 2 – Blidbärgji

Das Familienschlitteln war ja ein ambivalentes Erlebnis. Ausser mir hatten alle Spass, aber niemand wollte ein zweites Mal. Und trotzdem: Heute war wieder Schlitteln angesagt. Ohne mich. Ich machte mich auf eine Schneeschuhtour auf’s Blindbärgji und kam tatsächlich in eine spurenfreie Winterlandschaft (abgesehen von Tierspuren). Mystisch. Praktisch gleichzeitig waren wir zurück und langsam hiess es schon, sich für die morgige Abreise vorzubereiten. Die Dachbox konnte ich bereits füllen und versuchte dann noch, mit Schnee die total verdreckte Heckscheibe zu putzen (in der Tiefgarage). Das funktionierte aber überhaupt nicht: Der Schnee wollte nicht schmelzen, sondern fror gleich an. Man hatte auch den Eindruck, dass es kälter geworden war. Ist auch egal, ob die Heckscheibe sauber ist oder nicht: Das Auto wird eh so beladen, dass die Sicht nach hinten gleich Null ist – dafür gibt’s ja die Rückfahrkamera…

Auf dem Weg zum Schlitteln
Auf dem Weg zum Blindbärgji
Unberührte Natur
Nebelverhangene Belalp
Blick Richtung Glishorn und Gibidum
Und wenn ich gross bin, dann bin ich eine richtige Lawine…
Schneeschuhspuren

Weihnachten in Muri

Frühsport im Gym, wo irgendwelche Deppen mit Strassenschuhen den ganzen Boden verdreckt haben, auch um die Geräte herum.
Es zeichnete sich ein Prachtstag ab, aber es war bitterkalt. Als wir losfuhren, zeigte das Thermometer in der Tiefgarage (!) -11.5°. Das hielt aber die Leute nicht davon ab, in Scharen auf die Belalp zu strömen. Vermutlich ist heute ein ziemliches Gedränge.
Die Rückfahrt über den Lötschberg nach Muri war probmlemlos, die Weihnachsfeier mit der Familie so, wie man sich eben ein fröhliches Fest vorstellt.
Die Rückfahrt nach Schaffhausen war auf trockener Strasse in der Rekordzeit von einer Stunde 56 Minuten erledigt. Zehn Minuten nach unserer Ankunft hat es zu schneien begonnen, weitere zehn Minuten später waren die Strassen wider weiss – wir hatten grosses Glück!

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