Sommerferien Pany

Bereits 11 Mal waren wir in Pany in den Skiferien. Jetzt wollten wir auch den Sommer einmal «ausprobieren». Doch vorher war ich noch beim Zahnarzt in Lugano und wir erlebten eine mehr als ambivalente Fahrt über den Splügenpass…

11.07.2015
Prättigau im Sommer
Ein prachtvoller Abend erwartete uns im Prättigau

Doch der Reihe nach: Ich musste gestern feststellen, dass sich nicht nur die provisorische Halbkrone links ganz verabschiedet hatte (verschluckt?), sondern auch ein Teil des rechten Provisoriums abgebrochen war. Das war jetzt nicht mehr zu negieren, jetzt musste etwas passieren. Bei Biesecke meldete sich um 3 Uhr Nachmittags niemand mehr, so suchte ich einen Zahnarzt in Lugano. Es war so eine Schicki-Micki-Klinik, mit Sicht auf den See vom Wartezimmer aus, tantrischer Musik, Räucherstäbchen und TV an der Decke (lenkt tatsächlich von latenten Erstickungsanfällen ab…). Die Assistentin war ausgesprochen hübsch, der Zahnarzt mindestens so mürrisch, aber ich schätze, er machte gute Arbeit. Ich rechnete ursprünglich mit 10 Minuten, daraus wurden dann zwanzig. Er kittete mir ein anderes Provisorium rein, das im Vergleich zum «Gummiteil» etwas dauerhafter sein sollte. Hoffentlich kriegt’s der Biesecke dann auch wieder raus… 163 Franken kostete der Spass am Samstag um halb Acht, wenigstens hatte ich nicht auch noch eine Parkbusse, in dieser Gegend ist es praktisch unmöglich, einen Parkplatz zu finden.
Die Familie gab schliessliche meinem Drängen nach, mich auf der ersten Fahrt in meinem Leben über den Splügenpass zu begleiten. Sie bereute es bitter… Die Fahrt war zu Beginn tatsächliche etwas mühsam (und wurde zur echten Herausforderung). Wir quälten uns entlang des Luganer- und Comersees durch enge italienische Orte, am Lago di Mezzola musste wegen uns ein entgegenkommender Fahrer sein Überholmanöver abbrechen, zog zu weit nach rechts und krachte mit seinem VW Tiguan lautstark in die Leitplanke, um sich dann gefährlich wieder der linken Fahrspur (unsere…) zu nähern. Aber ausser hupen konnte er uns nichts mehr antun. Das war knapp!
Die Passstrasse selbst ist eigentlich nur etwas für Angefressene: Hunderte enge Kurven, ein Grossteil nur einspurig befahrbar. Madeleine war am Ende ihrer Nerven. Das heisst entsprechend auch: Es gab nichts zu geniessen, obwohl die alpine Gegend prächtig war.
Kurz nach der Passhöhe dann ein Alarm im Auto: AdBlue nachfüllen. Nach nur dreieinhalbtausend Kilometern! Das kann ja nicht sein. Beim Einkaufscenter City West in Chur, wo wir noch Bücher für unsere Leseratten kaufen mussten, warteten wir über zwei Stunden auf den Pannendienst, als es sich dann immer nochmals verzögerte, beschlossen wir, weiter zu fahren. Ich würde dann nächste Woche mal bei der AMAG Chur vorbeischauen. Und endlich, endlich kamen wir in «unserem» Pany an, wo es fast, aber doch nicht ganz so heiss war wie in Albonago.

Das schönste Freibad

12.07.2015
Wassertemperatur 23.8°
Freibad mit herrlicher Sicht ins Prättigau. Wassertemperatur 23.8°

Als wir 2007 in den März-Sportferien in Pany fast keinen Schnee hatten, machten wir einige Spaziergänge in der Umgebung. Dabei ist uns das Freibad aufgefallen, das im Sommer wunderbar sein musste. Mit der Pany-Karte haben wir Gratiseintritt in die atemberaubende Anlage. Wie alles hier in Luzein – Pany – St. Antönien ist auch das Bad liebevoll gestaltet. Ein 35-Meterbecken mit einem 3.5 Meter tiefen Sprungbecken, Nichtschwimmer- und Babyanlage, das Wasser fast ohne Chlor und 23.5° warm. Herrlich! Und wie im Skirestaurant heisst es auch «Nummer 4 und Nummer 11»…
Das einzig Lästige sind die Bremsen. Und die hat’s leider massenhaft.

Re-Ra-Rätikon-Weg

13.07.2015
Schnecke: Interessanter Perspektivenwechsel (Re-Ra-Rätikum-Entdeckungsweg)
Wer sieht hier die Schnecke?

Zur Lösung des dreiteiligen Rätsels fehlte uns noch der Erlebnispfad von St. Antönien nach Pany. Die Teile im Reka-Dorf selbst und in Pany hatten wir bereits zusammen. Auf dem Pfad ging es darum, in die Landschaft drapierte Figuren zu erkennen, was von bubileicht bis ziemlich viel Phantasie erfordernd ging. Aber schliesslich hatten wir alles beisammen und der Lohn war der exklusive Blick in eine Kristallgrotte. Am frühen Morgen hatte es immer wieder einige Schauer gegeben, aber die Bewölkung bewahrte uns vor der drückenden Hitze. Auf dem Weg selbst blieb das Wetter trocken. Beim Rückweg fiel uns im Harderegg ein neues Haus mit Wohnungen zum Verkauf auf. Sollten wir uns hier mal melden? Das ist eigentlich nicht geplant, eine Ferienwohnung wollten wir nie und Stockwerkeigentum auch nicht.

Schnecke: Interessanter Perspektivenwechsel (Re-Ra-Rätikum-Entdeckungsweg)
Ein Perspektivenwechsel und schon ist die Schnecke erkennbar.

Doch nicht Schluss mit REKA-Dorf Pany?

14.07.2015
Partnunsee 16°
Die Warnanzeigen unserer Playstation, die auch nach Nachfüllen des Additivs nicht erloschen. Interessant ist aber auch die theoretische Reichweitenanzeige…

Am Morgen in der AMAG Chur, um AdBlue aufzufüllen. Die Fehlermeldung ging aber nicht weg. Die Fehlerauslese zeigt auch weiterhin eine Unstimmigkeit auf, was es aber war, konnte man so auf den ersten Blick nicht sagen.
Offenbar wird jetzt die Saison doch noch über den Winter verlängert. Nachdem Tommy am letzten Samstag allen Mitarbeitern gekündigt hat. Es ist einfach unglaublich. Mal so, mal so, die Gäste und den Gastgeber lässt man im unklaren, aber offenbar hat jetzt auch die Zentrale gemerkt, dass diese Wohnungen so kaum zu verkaufen sind. Der grösste Mangel meines Erachtens: Miserable Schallisolation. Dazu kommen dann noch schlechte Wärmedämmung, undichte Fenster, veraltete Küche (ohne Geschirrspühler) etc. etc.

Rasante Trotti-Abfahrt nach hartem Aufstieg

15.07.2015
Papi wagte sich als erster.
Ja, ich war wirklich drin!

Nachdem die AMAG Schaffhausen sich zuerst querstellte, uns ein Ersatzauto zu stellen, versuchte ich es nochmals in Chur. Marco Cadonau konnte allerdings das Fahrzeug nicht annehmen, weil sie bis am nächsten Dienstag überbucht seien. Auch dass er die Rechnung für ein Ersatzauto der AMAG Schaffhausen schicken könne, konnte ihn nicht umstimmen. Also fuhr ich unverrichteter Dinge wieder zurück. Wieder in Pany, hatte ich allerdings durch Hartnäckigkeit die Zusage in Schaffhausen für einen Golf Variant.
Danach machten wir uns auf zum Partnunsee. Doch schon kurz nach St. Antönien Rüti konnte Lily nicht mehr. Sie war schwach und hatte Kopfweh. Madeleine machte sich auf den Weg zurück mit ihr.
Ich zog mit Mia alleine weiter. Nach 471 m Gesamtaufstieg erreichten wir bei brütender Hitze endlich den Partnunsee, wo wir erst mal unsere Blasen-geplagten Füsse im 16° frischen Wasser kühlten, bevor wir uns dann in Badehosen ganz in die erfrischenden Fluten stürzten, den Umständen entsprechend nicht allzu lange. Aber herrlich war’s. Dann gab’s für Mia noch eine Bratwurst im Restaurant Sulzflueh. Für den Rückweg standen dann Trottinets zur Verfügung und die fast 6 Km zurück nach St. Antönien waren im Nu geschafft.
Trotz allen inneren Widerständen machten wir noch eine Wohnungsbesichtigung am Harderegg. Schon toll, schöne Ausstattung, sensationelle Aussicht, aber wir passen dort nicht rein. Und teuer, zu teuer. Etwa 950’000 müsste man komplett rechnen. Damit ist das Thema eh erledigt.
Da basteln wir doch lieber noch PET-Raketen. Wir kommen relativ schnell zum ersten Start und das Ding zischt ab wie – eben – eine Rakete. Bis uns dann der Typ aus dem Hause LatARSCH von seiner Wiese scheucht. Lustig war’s auf jeden Fall…

Bei der Notfallärztin in Jenaz

16.07.2015
Abenstimmung
Der letzte Abend.

Eigentlich wollten wir nach dem Bastelmorgen mit den Kindern am Nachmittag in die Badi, bevor sie sich dann zum Kinderstamm verabschieden würden, aber es kam mal wider anders (wir kennen inzwischen das Regionalspital Schiers, die Ärzte in Küblis und Jenaz…).
Madeleine meinte, Lilys Hals sei stark entzündet, man müsse das zeigen gehen. Und offenbar nicht zu spät. Es ist bakteriell und kann mit Antibiotika bekämpft werden. Für Lily gab’s dann anstatt Kinder-Stamm einen Fernsehabend und für uns keine sturmfreie Bude, dafür war klar, dass wir vorzeitig heimkehren werden.

Abschied

17.07.2015
Das letzte Mal...
Der letzte Morgen.

Und wiederum kündigte sich ein Prachtstag an. Schweren Herzens packten wir unsere sieben Sachen und fuhren in knapp zwei Stunden zurück nach Schaffhausen. War dies das letzte Mal in Pany? Wohl kaum. Reka-Dorf hin oder her.

One thought on “Sommerferien Pany

  1. Liebe Madelaine
    lieber Michi
    liebe Kinder
    Heute habe ich die Website von Euch gefunden. Ist sehr interessant auf diese Art etwas von Euch zu Erfahren.
    Vielleicht sieht man sich wieder einmal, wenn auch nur an der Bushaltestelle.
    En schöne Sunntig us de äbe so verrägnete Ryhaldä.
    Agnes und Beat

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