Blutmond – selbst gebastelt

Totale Sonnenfinsternis, Venus-Transfer oder Blutmond – es ist nicht jedem vergönnt, eines oder mehrere dieser astronomischen Phänomene erleben zu dürfen.

Gut, das ist angesichts der wirklichen Probleme dieser Welt Jammern auf sehr hohem Niveau – und trotzdem ärgerlich. Sorgfältig bereitete ich Kamera und Objektiv vor (400 mm Brennweite, Einstellung 1/1000 Sek., Blende 8, ISO 800, manuelle Fokussierung, Helligkeitsregulierung über Lichtwertkorrektur), machte um 21 Uhr Testaufnahmen, stellte den Wecker auf 3 Uhr morgens und freute mich zusammen mit der Familie auf ein Himmelsspektakel. Bevor ich dann um 3 Uhr alle meine Weibchen aus dem Bett holte, machte ich noch einen Check. Das einzig Helle draussen waren die entfernten Gewitterblitze, vom Mond war nichts mehr zu sehen. Das war’s dann also.

2015 09 28 vom Voll- zum Blutmond
Aus dem Vollmond wird ein Blutmond – Photoshop & Co. sei Dank. Vollmond vom 27.09.2015, ca. 21 Uhr.

Partielle Sonnenfinsternist


Wieso war die Mondfinsternis vom Montag so speziell?

Zwei Aspekte machten die Mondfinsternis vom 28. September zu einem speziellen Himmelsereignis:

Erstens stand der Mond in dieser Nacht extrem nah zur Erde, man nennt dies einen perigäischen Vollmond. Er hatte einen Abstand von «nur» 356’877 Kilometern zur Erde. Dadurch erschien der Mond auch um 15 Prozent grösser, als wenn er am erdfernsten Punkt steht, der knapp über 400’000 Kilometer weit entfernt ist. Astronomen sprechen deshalb von einem ­«Supervollmond», der in dieser Nacht durch seine Nähe kombiniert mit der rötlichen Einfärbung der totalen Mondfinsternis zum Blutmond wurde.

Zweitens war diese Mondfinsternis die letzte in einer sogenannten Tetrade. Damit sind vier aufeinanderfolgende Mondfinsternisse gemeint, die alle total sind und nicht von einer partiellen Mondfinsternis unterbrochen werden. Dies kommt sehr selten vor, im 21. Jahrhundert sind es genau acht. Die erste Mondfinsternis der aktuellen Tetrade war am 15. April 2014, die nächste Tetrade beginnt am 25. April 2032.

Ist die Mondfinsternis eine seltene Angelegenheit?

Mondfinsternisse sind relativ häufig, durchschnittlich vier bis fünfmal pro Jahrzehnt findet auch eine totale Mondfinsternis statt. Der Mond liegt dann total im Erdschatten, ist jedoch immer noch sichtbar. Denn das Sonnenlicht bricht sich an der Erdatmosphäre und hellt den im Kernschatten verdeckten Vollmond leicht auf. Weil nur die langwelligen (roten) Sonnenstrahlen auf den Mond treffen und reflektiert werden, erscheint er blutrot bis bräunlich.

Quelle: Tagesanzeiger.ch

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