Unwetter mit Stromausfall

Zugegeben, wir hatten schon heissere Herbstferien im Südosten Sardiniens. Aber es war wieder einmalig. Diesmal wirklich zum letzten mal?


26.09.2015 Ein Klick auf die Bilder führt zum Album

Dreimal Stau, aber nach sieben Stunden waren wir am Ziel

Wir sind frühzeitig abgefahren, um schon auf dem Nordring im Stau zu stehen. Danach ging’s gut bis an den Gotthard, wo wir mit 3 Km oder 30 Minuten zu rechnen hatten. 23 Minuten waren es schliesslich und wir waren durch. Den dritten Stau hatten wir dann vor der Einschiffung in Genua, aber das war entspannt, weil wir ja sowieso rechtzeitig waren.
Kabinenbezug, Apéro in der Bar mit einer Sängerin, die nur dasass und nichts machte während ihr Kollege das Keyboard bearbeitete. Oder vielleicht auch nicht, denn als er in die Pause ging, da spielte die Musik weiter wie vorher.
Die obligaten Spaghetti alla Guitarra waren im Restaurant angesagt und eine Flasche Cannonau Costiera gehörte auch dazu. Ich schlief wunderbar durch und war scheinbar auch nicht ein allzu grosses Schnarchärgernis für die Familie.

Russ-reduziert. Vor zwei Jahren sah es noch anders aus. Die Moby Drea 2013.
Russ-reduziert. Vor zwei Jahren sah es noch anders aus. Links die Moby Drea heute, rechts vor zwei Jahren.

27.09.2015

Leidlich warm in Sardinien

Es war auch schon wärmer, als wir ankamen, aber für die Fahrt quer über die Insel war das ja auch kein Problem. Das Navi zeigte uns den höchsten Punkt (kurz vor Lanusei) mit 1’059 m an. In San Vito machten wir noch einen Grosseinkauf im EuroSpin, so konnten wir die aus Platzmangel fehlende Esswaren-Kiste kompensieren. Das Kanu haben wir auch vergessen, aber das hätte sowieso keinen Platz mehr gehabt.
Das Meer schien zunächst eher kalt, aber kaum war man drin, war es herrlich.


28.09.2015

Kein Blutmond, dafür Markt in Muravera

Es war alles bereit: Die Kamera war eingestellt, um das Ereignis, das in dieser Form erst wieder in über 500 Jahren auftritt, einzufangen. Leider machte das Wetter nicht mit. Als ich um drei Uhr morgens die Lage prüfte, blitzte es am Horizont und der Mond war nicht mehr sichtbar. So musste ich dann die Familie auch nicht wecken. Es gibt halt Dinge, die man in seinem Leben nicht erleben wird… Blutmond selbst gebastelt
Am Morgen sind wir noch auf den Markt nach Muravera gefahren. Nicht gerade der Hammer, aber immerhin.


29.09.2015

Quällchen-Biss

Beide, zuerst Mia, dann Lily haben Bekanntschaft mit einer Mini-Qualle gemacht. Fast die gleichen Verbrennungsmuster: Oberarm und Bein. Sicher schmerzhaft, aber nicht so lebensbedrohlich wie vermittelt… Das Viech bzw. die Viecher waren aber nicht sichtbar, das macht die Sache etwas unheimlicher: Wenn man’s sieht, dann kann man ausweichen und sonst geht man einfach nicht mehr ins Wasser. Das wäre schade, denn das Meer ist herrlich.
Als am Mittag starke Bewölkung aufzog, sind wir ins Haus geflüchtet – unbegründet. Schliesslich haben wir den Nachmittag auf den Liegestühlen im Garten verbracht. Oder mindestens teilweise. Die Kinder haben sich in ihrem Zimmer unter dem Moskitonetz in ihren Schmerzen gewunden.

Entgegen des optischen Eindrucks ist es schon sehr warm.
Entgegen des optischen Eindrucks ist es schon sehr warm.

30.09.2015

Unwetter biblischen Ausmasses und Stromausfall

Der Tag kündigte sich nicht gerade als Prachtstag an, aber der Strandbesuch war klar angesagt. Bei BoBo-Beach haben sie bereits das Vorzelt abmontiert, die Beiz bleibt aber bis zum 20.10. offen. Mit den Kindern einen riesigen Sandwall aufgeschüttet. Madeleine ist bei Boccia-Spiel (fast) unschlagbar. Aufziehende Wolken und starke Winde veranlassten uns dann zur Rückkehr in Haus. Kurz nach fünf begann es wie aus Kübeln zu giessen, begleitet von grellen Blitzen und krachenden Donnern. Nach etwa einer Viertelstunde fiel das erstemal der Strom aus, war dann wieder da, fiel wieder aus und blieb weg. Ein Abend in völliger Dunkelheit, leidlich erhellt mit Taschenlampenlicht. Zum schlafen teilten wir uns auf: Ich schlief bei Mia und Lily nahm meinen Platz bei Madeleine ein. Mia brachte es auf den Punkt: Es spielte keine Rolle, ob man die Augen geschlossen hatte oder offen, es war genau gleich schwarz. Scheinbar dauerte der Stromausfall nur rund 4 Stunden, man hätte es danach mal mit der Hauptsicherung probieren können – das kam mir aber erst am folgenden Morgen in den Sinn…

Da müssen sich in der Nacht Sturzbäche über den Strand ergossen haben, um derartige Gräben freizulegen.
Da müssen sich in der Nacht Sturzbäche über den Strand ergossen haben, um derartige Gräben freizulegen.

01.10.2015

Kein Eintritt ins Schwimmbad, McDonalds in Cagliari und Enttäuschung im Escargot

Das Wetter schien zu unsicher, da entschieden wir uns zum Hallenbadbesuch in Quartu Sant’Elena, einem östlichen Vorort von Cagliari. Das Navi führte uns sicher da hin, aber leider nicht hinein. Per Gesetz ist nur Mitgliedern der Zutritt erlaubt bzw. es muss ein ärztliches Attest beigebracht werden. Das war’s dann also für Mias Schwimmtraining… Als «Ersatz» fanden wir ein grosses Einkaufszentrum, machten Window-Shopping und führten Lily als Première zu McDonalds. Zu Madeleines Schrecken schmeckte es den Kindern prima. Die Rückfahrt nach Costa Rei war geprägt von weiteren, sinntflutartigen Regenschauern, aber diesmal ohne Blitz und Donner.
Das Highlight stand uns noch bevor, aber auch da wurden wir eher enttäuscht: Nach nochmaliger Konzeptänderung ist das Escargot definitiv kein Familienrestaurant mehr, Kinder scheinen eher unwillkommen zu sein. Die Karte ist mikrig, es gibt gerade noch ein Gericht ohne Fisch oder Fleisch. Das Interieur ist auf obercool gehalten, wirkt kalt, aber das Entscheidende: Es gibt keine Pizza mehr. Das war’s. Da gehen wir nicht mehr hin. Aber wir werden einen Ersatz finden.


02.10.2015

«Normaler» Ferientag

Noch hatten wir mit den Folgen des Unwetters unsere Mühe. Die Veranda musste gereinigt und die Glacés aus dem Tiefkühlfach entsorgt werden. Aber sonst war sogar am Strand alles wieder so wie immer. Und die Kinder wagten sich, trotz kürzlicher Quallenbekanntschaft, wieder ins Wasser. Madeleine hätte gewettet, dass Mia die ganzen Ferien nicht mehr reingeht. Aber so lässt man sich gerne positiv überraschen. Auf dem Weg zum Strand hat es allerdings einen Abschnitt, der wohl bis zum Ferienende unappetitlich bleiben wird: Eine stehende Wasserpfütze von ca. 10 cm Tiefe, die man nicht umgehen kann, sondern mitten durch muss. Gruusig.


03.10.2015

Strandtag und Ersatz für das Escargot

Das Wetter hatte sich wieder weitgehendst beruhigt und erstaunlicherweise hatte der Sturm auch keine unangenehme Konsequenzen im Meer, sprich Quallen, die es dann häufig Richtung Küste spühlt.
Auch das deutsche Rentnerehepaar ist wieder am Strand aufgetaucht – sie sind seit Mai hier. Und so ein Unwetter hätten sie also noch nie erlebt, dabei kämen sie doch seit 1976 nach Costa Rei…
Am Nachmittag kam auch Urs Preisig noch auf uns zu – er ist auch wieder da, diesmal noch mit der Familie seines Bruders. Sie gaben uns dann den Tipp zum Restaurant, das wir dann am Abend gleich ausprobieren wollten: Das «Su Nuraxi» beim Rey Market. Eine grosse Fischkarte und fast 60 Pizzen zur Auswahl. Schmecken tat es auch noch gut und wir einigten uns darauf, fortan das Su Nuraxi als Nachfolger des Escargot zu bezeichnen.


04.10.2015

Flamingos und Zehnders

Der Vorarberger Markus, der in Sursee wohnt, gab uns den Tipp: In der Salina-Lagune bei der Piscina Rei hat es Flamingos, mindestens 50. Mit einem Strandspaziergang in brühender Hitze wurden wir Zeugen eines imposanten Schauspiels: Ein Motorflugzeug scheuchte die Kolonie auf und farbige Alt- und graue Jungtiere starteten zu ein paar Runden über dem Strand. Es waren schliesslich über 80 der Storchenvögel, die dann spektakulär wieder zur Landung ansetzten.
Die Wassertemperatur ist inzwischen wieder bei 24° angelangt, die Luft deutlich heisser…
Zum Znacht hatten wir dann Zehnders zu Gast, die mit einem etwas verspäteten Flug heute in Cagliari angekommen sind. Madeleine hatte, nicht ganz unerwartet, fantastisch gekocht und vor allem auch noch einen Wein ausgelesen, der dem Weinliebhaber Edi hervorragend mundete. Der Limoncello aus dem Tiefkühlfach zum Abschluss war eine weiterer Höhepunkt.

Eine Flamingo-Kolonie im Salina an der Piscina Rei
Eine Flamingo-Kolonie im Salina an der Piscina Rei.

05.10.2015

Heiss

Jetzt ist es schon wieder bald so, wie es auch schon wochenlang sein konnte: Heiss. Rein ins Wasser, das vermutlich schon wieder etwas wärmer ist, gross Sandburgen bauen ist zu anstrengend.
Ich hatte schon den ganzen Tag einen unangenehmen Druck im Kopf, vielleicht war es auch gestern schon zu heiss. Vom Alkohol gestern kann es nicht sein, der floss nämlich bemerkenswert spärlich.
Zum Apéro waren wir heute bei Zehnders.


06.10.2015

Mia parkiert den Lenkdrachen auf Bobos Dach

Die grosse Attraktion heute war, dass Eva bis zum Hals in Wasser stieg. Das ist das erstemal, seit sie hierher nach Sardinien kommen. Laurin hat einen Lenkdrachen dabei und war schon ziemlich nervös, als Mia die Führungsseile in den Händen hatte. Offenbar zu Recht, denn Mia schaffte es, den Drachen hinter Bobo Beach zu grounden und dabei die Fäden auf dem Dach zu verheddern. Kletterer Pascal befreite uns von der Not…
Mit Zehnders waren wir im Su Nuraxi zum Znacht, es war wieder gut, aber die Abfolge des Service haben sie nicht im Griff. Während Cyrill seine Pizza quasi sofort bekam, streckten sich die anderen Mahlzeiten unstrukturiert über eine lange Zeit.


07.10.2015

Fische wie im Aquarium

Trotz teilweise heftigen Winden war das Meer ruhig und klar. Bei den Felsen unweit des Strandes hat es verschiedenste Fische in teilweise prächtigen Farben. Wir wurden noch Augenzeuge vom Verlust einer Luftmatratze. Vom Strand weggeblasen, versuchte sie ein wirklich nur mässiger Schwimmer wieder zurückzuholen. Zweimal scheiterte er knapp, Windböen verhinderten den Erfolg. Dann liess er richtigerweise vom Versuch ab. Das Teil war noch kilometerweit zu beobachten.


08.10.2015

Halo-Ring

Der letzte volle Tag: Schon ist es wieder so weit. Heute ist es deutlich kühler. Madeleine beauftragte mich in deutscher Manier die Sonnenschirme am Strand bereits vor dem Zmorgen zu platzieren. So peinlich…
Es wird nochmals richtig warm und am Nachmittag werden wir Zeuge eines atmosphärischen Spektakels: Über dem Strand bildet sich ein sogenannter Halo-Ring im Winkel von 22° um die Sonne. Er entsteht durch spezielle Licht-Brechung an Eiskristallen. Das ist doch wenigstens ein teilweiser Ersatz für den verpassten Blutmond.
Zum Znacht geht’s traditionellerweise zu Zehnders, aber es wird nicht allzu spät.


 09.10.2015

Verregneter Abschied

Keine Sturzbäche wie während der Fahrt nach Cagliari, aber doch ein verregneter Abschied. Das macht es auch etwas leichte, sich endgültig zu verabschieden. Das haben wir zwar schon ein paarmal gemacht, aber diesmal scheint es definitiv.
Interessant ist das Sicherheitsdispositiv in Olbia: Man kann mit dem Auto direkt auf’s Schiff, wenn man aber das Hafengebäude verlassen will, dann gibt’s eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, mit Scanner etc. Die Lücken sind hier derart gross – der damit verbundene Ärger auch.
Für «Elefantenohren» (Mailänder Kalbsschnitzel) will sich im Restaurant niemand entscheiden…

Alte Adresse
Das letzte mal?

10.10.2015

Fahrt über Innsbruck

Weil Mias Schwimmlager heute in Innsbruck beginnt, fahren wir einen kleinen Umweg ab Genua. Die Fahrt über den Brenner ist aber problemlos, das Südtirol wäre aber mit seiner speziellen Landschaft und vielen Schlössern und Burgen mal eine Reise Wert. Wir erreichen Innsbruck auf die Minute zusammen mit den SCSH-lern, die mit dem Zug aus Schaffhausen angereist sind. Dann heisst es Abschied nehmen von Mia, die jetzt eine harte Trainingswoche vor sich hat. Unsere Fahrt geht weiter über den Arlberg (der Tunnel ist gesperrt), bei Kälte und starkem Nebel – die richtige Einstimmung auf den Herbst. Lily musst wohl am meisten leiden unter dem Umweg, aber schliesslich kommen wir wohlbehalten in Schaffhausen an. Es hat keine Meersäuli mehr, die uns pfeifend begrüssen…

Ein kleiner Umweg über Innsbruck. Es dauerte etwas länger, u.a. weil der Arlbergtunnel geschlossen war.
Ein kleiner Umweg über Innsbruck. Es dauerte etwas länger, u.a. weil der Arlbergtunnel geschlossen war.

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