Lauchernalp, Lötschental

Für Lily waren es Walliser Wochen: Vom Skilager im Goms (Fiesch) direkt ins Lötschental auf die Lauchernalp.

Nicht ganz direkt, sondern mit Zwischenhalt in Brig. Da Nachbars Nuria ebenfalls dort war und wir im Anschluss eine gemeinsame Woche mit Gschwends verbringen sollten, lag es auf der Hand, die Kinder gemeinsam abzuholen. Mit Paider traf ich mich in Brig für die Fahrt nach Fiesch. In Brig bezogen wir unser Hotel Victoria gleich beim Bahnhof. Das Haus ist sauber und hat grosszügige Zimmer, aber definitiv schon bessere Zeiten gesehen.

Brig ist offenbar die Stadt der Apotheken und der Coiffeur-Salons, eine unglaubliche Dichte bei nur 12’000 Einwohnern!
Nachtessen in der Channa, Lily, Paider und ich haben eine wirklich sehr gute Pizza. Dann noch etwas Mädchen-Heftchen lesen und surfen (jetzt mit Gratis-WLAN…) und dann ist dann bald Nachtruhe. Wir schlafen gut und gemäss Aussage Lily habe ich nicht geschnarcht.

06.02.2016 – Gepäck-Schleppen ins Mini-Haus

Nach einem ausgiebigen Zmorge im Hotel und einem Grosseinkauf im Coop in Visp («nur das Nötigste») sind wir an der Talstation der Seilbahn auf die Lauchernalp angekommen. Ein Riesengedränge herrscht da, aber wir laden unsere zwei Gepäck-Container und sind dann mit Schlepp-Arbeiten ins Chalet konfrontiert.

Noch ohne Madeleine und Mia. Unser Chalet Rivendell von der Seilbahn aus (das vierte von rechts).
Unser Chalet Rivendell von der Seilbahn aus (das vierte von rechts).

Der Weg ist etwas weiter als erwartet (im Internet wird das falsche Haus bezeichnet) und das Häuschen ist mini. Eine Frechheit, was hier als Platz für 8 Personen angepriesen wird. Das obere Schlafzimmer mit Badezimmer ist O.K., der Wohnbereich mit Küche auch noch, aber das Erdgeschoss mit Kinder und einem weiteren Zimmer sind katastrophal: Klein und eng und das zweite «Elternschlafzimmer» ist mit einem Doppelbett und einem Schrank schon vollständig gefüllt. Interessanterweise ist dieses Zimmer auf den Internet-Bilder nie abgebildet. Eigenartig… Überall nicht ganz einfach zu regulierende Bodenheizung und eine Beleuchtung mit Funzeln, die einen bei Dunkelheit nicht lesen lassen. Weitere Mängel zeigen sich dann erst später: Der Eingang durch den Skiraum ist zugeschneit, der Zugang nur über einen ausgeschaufelten Weg direkt ins Wohnzimmer möglich. Der Backofen heizt nicht richtig, die Spülmaschine seicht, es gibt keine Schälchen (die Kinder werden ihr Müesli aus Suppentellern essen müssen) und viel zu wenige Aufhängevorrichtungen für nasse Skikleidung oder auch Badetücher. Dazu ist auch der Dusch-Schlauch undicht und macht den ganzen Raum nass. Das wird eine schlechte Kritik geben, zumal das Teil ja nicht gerade günstig ist.

Noch ohne Madeleine und Mia. Aussicht ins Lötschental
Aussicht ins Lötschental
Noch ohne Madeleine und Mia. Lötschenlücke. Mit guten und schlechten Erinnerungen. SAC Hollandiahütte mit Superzoom gut sichtbar.
Lötschenlücke. Mit guten und schlechten Erinnerungen. SAC Hollandiahütte mit Superzoom gut sichtbar.
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Skitour mit Madeleine vom Jungfraujoch über die Lötschenlücke nach Blatten am 10. Mai 1999. Die Hollandiahütte von der anderen Seite.

Madeleine und Mia kommen nach einer Odyssee auch endlich an. Wegen einem Brand war der Autoverlad am Lötschberg unterbrochen und somit blieb nur der Weg über Vevey – Martigny. Eine Weltreise mit teils stehendem Stau zwischen Zürich und Bern. Die armen. Aber endlich sind wir alle wieder beisammen.

Noch ohne Madeleine und Mia. Seilbahn verpasst, aber mit Alpenleuchten entschädigt. Lötschental.
Alpenleuchten im Lötschental (am 11.02. in der SN publiziert).
Erster Pistentag
Zwergenmarsch…
Erster Pistentag
Kurze Pause. Ich bin nicht dabei, will wenige Wochen vor der Entfernung meiner Platte vom Beinbruch im letzten Februar nichts riskieren.

07.02.2016 – Fussverletzung

Na ja, Madeleines Albtraum schien sich sehr schnell zu verwirklichen: Mia hatte nach einem Sturz so starke Schmerzen in ihrem rechten Fuss, dass ein Weiterfahren nicht mehr möglich war. Ich habe sie dann zurück zum Chalet begleitet und ihren Fuss mit Schnee eingerieben. Das war sicher abschwellend und hat ihr auch gut getan. Jetzt hoffen wir mal, dass das keine grössere Sache ist, sonst ist dann der intensive Schwimmtrainingseinsatz der ersten Ferienwoche (fast) für die Katz…
Inzwischen haben wir die Heizung des Hauses etwas besser im Griff, aber eine Barfussabkühlung im Schnee tut wegen der ungewohnten Bodenheizung allemal gut.

09.02.2016 – Schneider Weisse

Der Tag begann vielversprechend, aber am frühen Nachmittag begann es stark zu winden und bald schneite es auch wieder.
Der Tag begann vielversprechend, aber am frühen Nachmittag begann es stark zu winden und bald schneite es auch wieder.

Raues Ski-Wetter, aber für Madeleine, Ursi, Lily und Marla kein Problem.

Starke Winde lassen den Schnee stieben
Starke Winde lassen den Schnee stieben

Paider und ich machten uns zu einer kleinen Tour zur Berghütte auf. Etwas über 30 Minuten brauchten wir und kamen schon ziemlich verschwitzt oben an. Das nicht tiefe, aber stete Einsinken im Schnee zollte seinen Tribut. Aber oben angekommen, winkte die Belohnung in Form von zwei Schneider Weisse (für jeden). Herrlich.

In dreissig schweisstreibenden Minuten schafften wir es ins Berghaus.
In dreissig schweisstreibenden Minuten schafften wir es ins Berghaus. Unterwegs trifft man alles…
Bergdolen
Bergdolen. Denen scheint das garstige Wetter nichts anhaben zu können.

Zum Znacht gab es Fondue, für Lily Beutel-Rösti. Damit wir nicht aus demselben Caquelon essen mussten (Nuria hat eine Fieberblase) organisierte ich in einem benachbarten Chalet noch ein Fondue-Set. War zwar eigentlich für Fondue Chinoise vorgesehen, aber funktionierte auch mit Käse.

10.02.2016 – Eingeschneit

Seit gestern Nachmittag hat es etwa 30 cm geschneit. Zum Glück habe ich jeden Tag den Eingang frei gemacht, sonst wäre vermutlich kein Durchkommen mehr.

30 cm Neuschnee über Nacht und weiter schneiend, teilweise mit Sturmböen
30 cm Neuschnee über Nacht und weiter schneiend, teilweise mit Sturmböen
30 cm Neuschnee über Nacht und weiter schneiend, teilweise mit Sturmböen
Wir sind nicht die einzigen, die mit Schnee und Wind zu kämpfen haben.

Auf die Piste will niemand von den Kindern. Madeleine geht alleine, aber der oberste Abschnitt zum Hockenhorn ist gesperrt. Teilweise stürmische Winde und weiterhin Schneefall schaffen eine ungemütliche und nicht ungefährliche Situation. Die Frauen mieten sich Bobs und schlitteln mit Mia, Lily und Marla nach Wilen. Nuria leidet inzwischen mit über 39° Fieber.

30 cm Neuschnee über Nacht und weiter schneiend, teilweise mit Sturmböen
Unser eingeschneites Chalet

Ich gehe nicht mit, weil ich dem Gefälle misstraue und befürchte, bei so viel Neuschnee mit meinem Gewicht zu tief einzusinken und damit nicht vorwärts zu kommen. Hatten wir schon mal. Von der Bodahütta nach Pany war ich grossmehrheitlich zu Fuss unterwegs, während Madeleine mit Mia auf dem Schlitten zu Tal stob…

11.02.2016 – Traumtag

Blick nach Goppenstein
Blick nach Goppenstein

Ein Traumtag kündigt sich an. Heute will ich auch nach ganz oben, das Panorama geniessen. Mia kommt mit und so machen wir uns zu Fuss auf zwischen hunderten Skifahrern und Boardern. Das Panorama auf der Bergstation Hockenhorn ist überwältigend. Auf der einen Seite das Lötschental, auf der andern das Kandertal und Blick in die Monte Rosa-Gruppe mit einem «abgesägten» Matterhorn.

Hockenhorn Bergstation; Kandertal links und Lötschental rechts
Hockenhorn Bergstation; Kandertal links und Lötschental rechts
Hockenhorn Bergstation; Dom, Monte Rosa
Hockenhorn Bergstation; Dom, Monte Rosa
Hockenhorn Bergstation; Zinalrothorn, Matterhorn
Hockenhorn Bergstation; Zinalrothorn, Matterhorn (mit Superzoom Nikon P900)

Mia und ich waren weit und breit die einzigen, die runterfuhren. Dabei konnten wir auch wagemutigen Para-Skiern bei ihren Manövern zuschauen.

Rasante Para-Skier
Rasante Para-Skier.

Zum Zmittag gings dann ins Berghaus, wo auch Statler und Waldorf wieder an ihrem Weisswein hingen (die beiden haben Paider und ich schon getroffen, als wir zum Berghaus gewandert sind).  Mia hatte keine Lust, den weiten Bogen ums Dorf zu machen und bevorzugte den direkten Weg durch den Tiefschnee. Das war also auch abwärts anstrengend. Kein Wunder, wenn man bis zur Hüfte einsinkt…
Aus dem Schlitteln am späteren Nachmittag wurde nichts, alle Bobs vermietet. Aber es gab genug Schnee ums Haus, um sich auch dort auszutoben. Nur Nuria schob eine etwas ruhigere Kugel, sie, deren Temperatur die ganze Woche kaum unter 38° sank. Eigentlich erstaunlich, dass sich unsere Mädels nicht angesteckt haben.
Zum Znacht gab es dann Rösti mit Spiegeleiern, zur Vorspeise quasi gedörrte Bohnen. War sehr fein und auch eine Art Abschiedsessen, ist doch geplant, dass ich und Mia morgen schon heimfahren, damit Mia noch ins Freitagstraining kann.

12.02.2016 – Abreise (teilweise)

Damit Mia ihr Freitags- und Samstags-Training nicht verpasst, machen sie und ich uns einen Tag früher auf den Heimweg.

Rascher Wandel der Wetterlage
Rascher Wandel der Wetterlage. Tag der Abreise (für mich und Mia).

Die zerborstene Scheibe war schon kaputt, als wir angekommen sind, aber man hat vergessen, es uns zu sagen.
Bei der Ankunft in Wiler schwante mir Übles: Da stand ein Auto ganz alleine auf dem Dach-Parkdeck des Parkhauses, also es war eher ein Schneehaufen, der aussah, wie ein Auto – unser Auto! Da waren gut 30 cm Schnee drauf, aber durch die Temperaturschwankungen war die unterste Schicht angefroren.

Mir schwant Übles: Das einsame Auto auf dem linken Dach-Parkdeck...
Das einsame Auto auf dem linken Dach-Parkdeck…
Nicht nur zugeschneit, auch angefroren!
Nicht nur zugeschneit, auch angefroren!

Jetzt würde sich zeigen, ob sich die Zusatzausgabe für die heizbare Frontscheibe gelohnt hatte. Ja, definitiv! Nach ca. zwei Minuten konnten die Eisplatten einfach weggeschoben werden und die Sicht war ganz frei.

Ein Segen die Frontscheibenheizung!
Ein Segen die Frontscheibenheizung!

Um 10:45 starteten wir zu unserer Fahrt und erreichten nach dreieinviertel Stunden Schaffhausen, bei einem Durchschnittsverbrauch von 5.3 Litern.

Autozug Goppenstein - Kandersteg. Oben in der Mitte noch ein letzter Blick auf das Skigebiet Lauchernalp
Autozug Goppenstein – Kandersteg. Oben in der Mitte noch ein letzter Blick auf das Skigebiet Lauchernalp

Wir hatten wirklich Glück, dass wir eigentlich auf der ganzen Strecke freie Fahrt hatten.
In Schaffhausen blühen Schneeglöggli und Primeli…

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