Big Screen

Schon länger fragte ich mich, ob wohl ein 4K-Fernseher als PC-Monitor taugen würde.

Ich bin nicht im Desktop-Publishing-Sektor tätig, brauche also keine Kalibrierung, ich spiele keine Spiele am PC, also steht die 3D-Leistung nicht im Vordergrund. Ich will einfach Platz haben für meine Applikationen. Auf den Geschmack gekommen bin ich an meinem SBB-Arbeitsplatz mit dualen WUXGA-Monitoren.

Aber geht das überhaupt, einen Fernseher an den PC anzuschliessen? Müsste eigentlich, schliesslich habe ich vor über 30 Jahren meinen Commodore C16 auch anschliessen können…
Entscheidend ist natürlich die Grafikkarte des PC. Und mein PC HP Pavilion HPE h8-1364ez hat inzwischen auch schon über vier Jahre auf dem Buckel. Da sprach man zwar schon von 4K (vierfache HD-Auflösung), aber die Implementation schien noch weit weg und die damals verfügbaren Geräte hatten Toy-Charakter für eher Begüterte… Der Preiszerfall ist inzwischen dramatischer als beim Ölpreis. Und ein Angebot bei Interdiscount brachte die Sache wieder ins Bewusstsein.

Wichtiger als die schiere Grösse ist die Auflösung des Bildschirms (dpi: Dots per Inch). Mit dem früher üblichen Standard von 72 dpi gibt sich heute niemand mehr ab. Ab 80 dpi wird’s dann akzeptabel, mehr als 110 dpi kann das Auge nicht mehr wirklich erkennen (die 401 dpi des iPhone 6s sind also ein absurder Overkill, 300 dpi reichen bereits für einen guten Laserdruck).

Bildschirmauflösungen dpi
Vergleich der heute üblichen Auflösungen. Die 40-Zoll-Diagonale scheint für einen UHD-Monitor optimal zu sein.

Recherchen auf der Samsung-Webpage bestätigten, dass meine Grafikkarte Nvidia Geforce GT 640 in der Lage sein müsste, die über 8 Millionen Bildpunkte zu steuern. Also auf zu Interdiscount, den SAMSUNG UE40JU6740 UHD für Fr. 476.10 gekauft.

Der Anschluss war dann weniger «straightforward». Zwar wurde der Monitor Plug & Play-gemäss sofort erkannt, aber eine Auflösung von über 1’920 x 1’080 (HD) einzustellen, das schien nicht möglich. Dazu waren auch Einstellungen am TV-Gerät notwendig, z.B. die Deaktivierung des automatischen Up-/ Downscaling oder die Festlegung der Quelle als PC über HDMI, nicht DVI.
Aber noch immer wollte es nicht funktionieren. War allenfalls das HDMI-Kabel gar nicht 4K-tauglich? Wie ich dann bei weiteren Recherchen herausgefunden habe, gibt es keine Differenzierung der HDMI-Kabel, wohl aber der unterstützten HDMI-Versionen geräteseitig (sowohl PC wie TV). Um die vollen 4K mit 60 fps (Frames per Second) zu übertragen, ist HDMI 2.0 erforderlich. Bei HDMI 1.4 muss die fps-Rate auf 30 gesenkt werden. Wie gesagt, für einen Gamer wäre das ein No-Go, mich kostet das ein Lächeln…

Samsung UE40JU6740 UHD als PC-Monitor. Nach einigem Pröbeln mit der vollen Auflösung von 3'840 x 2'160 Pixeln. Daneben ein auch 27-Zöller mit 2'560 x 1'440 Pixeln - auch nicht von schlechten Eltern, aber eben...
Samsung UE40JU6740 UHD als PC-Monitor. Nach einigem Pröbeln mit der vollen Auflösung von 3’840 x 2’160 Pixeln. Daneben ein 27-Zöller mit 2’560 x 1’440 Pixeln – auch nicht von schlechten Eltern, aber eben…

Ein weiterer Vorteil eines Fernsehers als Monitor sind die integrierten Lautsprecher, welche die externen Boxen überflüssig machen.
Sollte man sich das noch immer nicht recht vorstellen können: Auf dem Bildschirm lassen sich 108 Zeilen eines Excel-Blattes darstellen.

Bildschirmauflösungen
Grössenvergleich aller Bildschirm-Auflösungen von Desktop-Geräten, mit denen ich im Verlaufe meiner PC-Arbeit konfrontiert wurde. Klick auf die Darstellung für Detailinformationen in Wikipedia.

Fazit: Hat sich gelohnt.

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