Tag der Entscheidung

Nach einer einigermassen ruhigen Nacht wird sich heute herausstellen, ob operiert werden musss oder nicht und wenn ja, wann. Um neun Uhr wurde ich von einem Zivildienstler zum Röntgen abgeholt. Alle haben sich furchtbar Sorgen gemacht, dass ich ja nicht umfalle oder irgendwo anstosse, dabei tut mir wirklich seit ich nicht mehr rumlaufe aber gar nichts mehr weh. Und das hängt kaum an den Schmerzmitteln, die sind nicht so stark (Dafalgan). Zuerst also die klassischen Röntgenbilder auf dem Schragen und dann meinten die beiden Damen, damit sei die Sache ja wohl erledigt. Mein Hinweis auf «belastetes Röntgen» musste zuerst abgeklärt werden. Immerhin wurden dann auch diese Aufnahmen noch gemacht. Dazu musste ich auf dem linken Bein stehen, hat überhaupt nicht weh getan.
Der Zivildienstler ist dann nicht mehr aufgetaucht, also hab‘ ich mich selbst auf den Weg gemacht. Bin inzwischen ziemlich gut im Rollstuhlfahren.
Das Essen ist im Allgemeinen sehr gut, heute war aber der Fisch nur lauwarm, die Herdöpfel und der Spinat aber heiss. Das habe ich kommentiert und eine halbe Stunde später stand der Küchenchef im Zimmer und wollte genau wissen, was Sache ist. Sehr sympathisch.
Am Nachmittag dann der Bescheid vom Orthopäden: Müsste operiert werden, sonst besteht das Risiko einer Versteifung des Sprunggelenks. Auf dem Röntgenbild ist deutlich sichtbar, wie der Knochen zersplittert ist. Zusätzlich wurde am Schienbeinende innen eine Artrhose diagnostiziert, die wahrscheinlich von einer älteren Verletzung her rührt. Dabei handelt es sich vermutlich um den Töffunfall in Neuhausen von 1989, als mich ein Kleinbus seitlich rammte und mir den Fuss zwischen Stossstange und Motorblock einklemmte. Damals hatte ich länger Probleme mit dem Fuss, bin aber nie zum Arzt.
Nach der Operation, die am Montag oder Dienstag stattfinden soll,muss ich noch für weitere drei Tage im Spital bleiben, dann drei Wochen zuhause. Läck doch mir!
Ich vermisse meine Frau und meine Kinder und die Vorstellung, noch eine Woche hier verbringen zu müssen, ist deprimierend.