Sensorreinigung Nikon D800

Ein verschmutzer Sensor ist ärgerlich. Softwaremässig bei der Aufbereitung der Bilder Staub und Dreck zu entfernen, bedeutet einerseits grossen Aufwand und andererseits ganz klar eine Qualitätseinbusse. Die bei den meisten digitalen Spiegelreflexkameras einstellbare «Sensorreinigung» ist in Wirklichkeit keine Reinigung, sondern ein Weg-Vibrieren allfälliger Verunreinigungen vom (vor dem Sensor sitzenden) Tiefpassfilter. Die Folgen sind naheliegend: Das Staubkorn ist zwar im wahrsten Sinne des Wortes von der Bildfäche verschwunden, aber noch immer irgendwo im Gehäuse. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es sich früher oder später wieder unangenehm bemerkbar machen. Hier hilft nur eine wirkliche Reinigung, wobei es auch hier unterschiedliche Stufen gibt: Meist hilft schon einfaches Ausblasen mit Druckluft (mit dem Risiko, dass der Dreck nur weggewirbelt, aber nicht entfernt wird), sonst wird eine physische Reinigung fällig.

Manchmal scheitert schon das Ausblasen, weil der Verschluss nicht geöffnet und der Spiegel nicht hochgeklappt werden können, ohne die Kamera an ein Netzgerät anzuschliessen (hat mit dem Batterieladegerät nichts zu tun). Gottseidank ist Nikon mit der D800 von dieser Praxis abgewichen. Es bleibt die Frage zu beantworten, ob man sich die Reinigung zutraut, weil der Schaden, der angerichtet werden kann, riesig ist. Vor die Alternative gestellt, die Kamera jedesmal in ein Fotofachgeschäft zu bringen, CHF 60 zu bezahlen und eine Woche aufnahmefrei zu sein, oder es selbst zu versuchen, habe ich mich für letzteres entschieden.

Ich habe mich zuerst im Internet informiert und bin schliesslich auf ein Video gestossen, das meiner Ansicht nach eine gute Einführung in die Thematik ist (Sensor Cleaning Video). Ausrüstung und Reinigung werden darin gut dargestellt. So habe ich dann meinen «Rocket Blower» und mein Sensor Swabs mit Reinigungsflüssigkeit gekauft (Reinigungszubehör). Das Zeug ist ziemlich teuer, aber nach zwei Anwendungen bereits amortisiert.

Tipp eines Kollegen: 30 ml Isopropanol aus der Apotheke für knapp CHF 5.00 tun’s als Reinigungsflüssigkeit genau so.

Damit der Spiegel nicht bei der Reinigung plötzlich runterklappt, ist bei ungenügendem Akku-Ladestand der entsprechende Menüpunkt deaktiviert:

Bei ungenügendem Akku-Ladestand steht die Option Inspektion/Reinigung nicht zur Verfügung

Bei vollem Akku (oder angeschlossenem Netzgerät) kann der Spiegel in zwei Schritten hochgeklappt werden:

Option mit Netzgerät oder vollem Akku
Menüoption Spiegel hochklappen
Hochklappen mit dem Auslöser

Damit ist der Weg frei zur Reinigung. Die Sensor Swabs müssen mit der Reinigungsflüssigkeit befeuchtet werden und dürfen je Seite nur einmal verwendet werden.

Erste Sensorreinigung
Blick in Heiligste: der 36 MB-Sensor (von Sony)

Auch das Resultat kann sich sehen lassen:

Das Resultat lässt sich sehen: Derselbe Bildausschnitt vor und nach der Reinigung