Nippon Kogaku

Zur Firmenschulung Nikon empfängt uns Andy Lüthy am Ende der Welt oder genauer gesagt, in Egg am Pfannenstiel.

Nikon feierte letztes Jahr das 100-jährige Bestehen und dementsprechend gibt es auch einiges aus der Geschichte dieser Firma zu erzählen. Am 25. Juli 1917 schlossen sich die drei Firmen Tokyo Keiki Seisaku Sho, Iwaki Glass Manufacturing und Fujii Lens Seizo Sho zur «Nippon Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha», kurz Nippon Kogaku K.K., zusammen. Die Fusion wird von dem mächtigen Konzern Mitsubishi unterstützt, zu dem Nikon auch heute noch gehört. Der Name bedeutet etwa «Japanische Optische Gesellschaft» (C. Ozdobas).
Sehr interessant ist dann der Technologietransfer zwischen Deutschland und Japan. Nicht zufällig sieht die erste Nikon I Kleinbildkamera von 1948 aus wie eine Contax und einer Technik wie Leica.

Nikon I von 1948. Gut erhaltene Exemplare werden für bis zu 30’000$ gehandelt. N° 609319 ist in Egg ausgestellt.

Bis dahin belieferte Nippon Kogaku mit seinen hochwertigen optischen Produkten auch Firmen, die man eher nicht unter den Kunden erwarten würde.

Canon-Kamera mit Nikkor-Objektiv.

Das war aber nicht das letzte mal. 2014 brachte Canon eine Industriekamera heraus, die mit einem Nikon F-Bajonett ausgerüstet war.

Canon M15P-CL mit Nikon F-Bajonett

Man hätte sich vermutlich noch mehrere Stunden mit historischen Details auseinandersetzen können und hätten wir mit technischen Diskussionen begonnen, wir würden heute noch dort sitzen. Aber wir hatten das Glück, dass die Bilder der Ausstellung «Leben 24/7 – 100 Jahre Nikon», die bis zum 31. Januar 2018 dauerte, noch nicht abgehängt waren und wir so zu einer allerletzten Dernière unter kundiger Führung kamen. Wichtig zu wissen ist, dass die Bilder von den Fotografen selbst zusammengestellt und angeordnet wurden.
Im Folgenden eine Auswahl (ein Klick auf die Bilder führt – wenn vorhanden – zur jeweiligen Homepage der Künstler oder Wikipedia. Das Copyright ist bei den Künstlern).

Change Meeting ©Duane Michals
Linsenskulptur – Lichtführung durch Objektiv (Installation vor Ort) von Fabian Oefner
Ein Bonbon zum Abschied. Auf dem Bahnhof von Güstrow wird Helmut Schmidt von Erich Honecker nach dreitägigen Gesprächen verabschiedet. Schmidt sagt später, der Staatsratsvorsitzende sei ein freundlicher Gastgeber gewesen, aber ein Gegner geblieben. ©Harald Schmitt
Hummel ©Heidi&Hans-JürgenKoch
Eisbär ©Heidi&Hans-JürgenKoch
Snowmobile Cross-Training, Buttermilk Mountain in Aspen, Colorado, USA ©Joel Marklund
Schwimmerin ©Joel Marklund
Turmspringen ©Joel Marklund
Zuschauer auf «the hill», Wimbledon Championships. ©Joel Marklund
Mehrfachbelichtung einer ganzen Klasse ©Michael Wesely
Marja, Helmand Provinz, Afghanistan ©Moises Saman/ Magnum
Ungeschminkt. ©Peter Lindbergh
Shaolin-Mönche beim Gebet ©Steve McCurry
Flüchtlingsmädchen in Afghanistan. ©Steve McCurry
Stelzenfischer, Sri Lanka ©Steve McCurry
Pelé und Franz Beckenbauer unter der Dusche ©Volker Hinz
Nikonpräsentation, Plakat zur Ausstellung ©Volker Hinz
Auch Werbung war natürlich ein Thema. Hier zur Nikon F4 im Jahre 1990

Wie gesagt, es war kein technischer Kurs, sondern eine Inspiration dahin gehend, dass es sich lohnt, aktiv nach dem richtigen Licht zu suchen. Eine Kritik zur Individualkonfiguration hat mir Andy suverän kontern können: Es ist nie das Ziel von Nikon gewesen, hier quasi permanente Einstellungen abzulegen, sondern als Vorbereitung auf das nächste Shooting Werte voreinzustellen. Das hatte ich bisher falsch verstanden.

Ein eindrücklicher Abend, der sich dann auf Grund einer schweren Kollision am Balgrist noch weiter in die Länge zog. Die Forchbahn wendete in der Rehalp und der Ersatzbus liess auf sich warten. Nach nochmaligem Umsteigen am Kreuzplatz gelangten Patrick, Urs und ich doch noch an den Stadelhofen…