«Documentary» Einführung

Trotz Versenkung und tosendem Verkehr über dem Kopf ein Ort zum Verweilen.

Das Wesen einer Reportage – und so ist Documentary zu verstehen – ist, andern etwas unverfälscht und möglichst spannend näherzubringen.

Das bedeutet für den Reporter eben auch die Befassung mit einem Thema, das vordergründig uninteressant und langweilig scheint. Allenfalls bleibt es uninteressant und langweilig, auch das ist möglich. Aber, und das ist die Erkenntnis aus dem Auftrag, eine «Reportage» über die Schulhausplatz-Unterführung in Baden zu machen, kann eine bewusste Auseinandersetzung zu ganz anderen Sichtweisen führen, die auch für Dritte interessant sein können.

Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Man kann einfach mal so beginnen und darauf hoffen, dass sich dann eine Geschichte ergibt oder man überlegt sich vorab, was man dem Betrachter erzählen, welche Botschaft man hinüberbringen will. Wie überall sind die Erfolgsaussichten nach dem Prinzip Hoffnung eher gering, also habe ich mich für den anderen Weg entschieden.

Meine Aussage: Nach einer gefühlten Ewigkeit ist die Unterführung endlich soweit fertig gestellt, dass Fussgänger und Velofahrer keine grossen Umwege mehr in Kauf nehmen müssen. Aber, und das ist der grösste Kritikpunkt, einmal mehr wurden die Menschen in den Untergrund verbannt worden, während oben der motorisierte Individualverkehr den grossen Platz vollständig in Beschlag nimmt. Und obwohl grosszügig geplant, fühlt man sich als Mensch in diesem «Loch» eingeengt und ausgeliefert.

Trotz grosszügiger Auslegung: Es ist und bleibt eine Rampe in den Untergrund, den man so schnell wie möglich wieder verlassen will.
Ist es das Alter, die Bürde des Lebens, die zu tragende Last oder eben der Druck der Unterführung, der zu dieser gebückten Haltung führt?
Seit bald drei Jahren wird gebaut und noch bleibt einiges zu tun.
Ausfahrt des Bus-Tunnels.
Zurück ans Licht.
Viele Leute hat es noch nicht. Das wird sich vermutlich auch nach der Fertigstellung nicht gross ändern und damit wird der etwas verlorene Eindruck bestehen bleiben.
Auslieferung der speziellen Art und bei so wenigen Leuten auch gefahrlos.

Zum Schluss noch dies: Nicht wichtig ist, was du denkst, sei interessant, sondern was der Empfänger denkt. Also versetze dich in seine Rolle und betrachte dein Werk aus dieser Perspektive. So braucht es beispielsweise nicht noch einen rasanten Velofahrer in der Unterführung, wenn vorher schon der Skateboarder mit der Kiste durchgerast ist…