Sportwochenende

FC Uster gegen FC Rafzerfeld (2. Liga) im Stadion Buchholz in Uster

Oder Übungsmöglichkeit mit langen Brennweiten. Hier wurde deutlich, was es heisst, dass der Lehrgang «in Zusammenarbeit mit Nikon und Canon» geführt wird.

Nach einer theoretischen Einführung durch Patrick Krämer am Vorabend trafen wir uns am Samstag, 16. Juni, Nachmittags am Winterthurer Deutweg, dem Homefield der Warriors. Thema waren Sportaufnahmen mit langen Brennweiten. Und da die entsprechenden Objektive schnell mal fünfstellig kosten, wurde uns reichlich Material zur Verfügung gestellt. Von Nikon z.B. das neue 180-400mm f/4-Zoom mit eingebautem 1.4-fachen Telekonverter (Fr. 11’300), das 200-400mm f/4-Zoom (Fr. 7’300), das 500mm f/4 (Fr. 9’000), das 600mm (Fr. 11’000), dazu noch ein paar Nikon D5-Kameras (Fr. 5’100) und eine D500 («nur» Fr. 1’750). Von Canon gab’s in etwas dasselbe in Grün.

Da meine D850 denselben Autofokus hat wie die D5 und die D500, entschied ich mich, meine Kamera zu benützen, auch wenn die Serienbildrate mit 7 Bildern pro Sekunde gegenüber den 14 der D5 schon fast müde wirken. Dass meine Kamera aber 46 MP-Bilder macht gegenüber 21 MP der D5 relativiert die Sache dann wieder etwas. Aber etwas Frust kam jeweils dann doch auf, wenn wieder ein Kollege mit einem «Leihmaschinengewehr» neben mir Bilder schoss.

Item, ich nahm die Aufgabe mit meinem Traum-Objektiv (180-400mm) in Angriff. Gar nicht so einfach!

Das Spielgeschehen fand zu Beginn häufig in der entfernten Ecke statt. Da war ich um den 1.4-fach Telekonverter froh, der mir mein 180-400mm auf 550mm verlängerte.

Anfänglich versuchte ich noch, freihändig Bilder zu schiessen. Es geht, aber ist unheimlich ermüdend und – vielleicht entscheidend – praktisch nur ohne Zoombewegungen möglich (man muss isch entscheiden: Entweder am Zoomring drehen oder optimal abstützen).

Über längere Zeit nur mit einem Einbeinstativ zu halten: Nikkor 180-400mm f/4.

Neben dem Objektivgewicht und dem kleinen Bildwinkel im Sucher beschäftigte mich aber eine ganz andere Sache viel intensiver: Back Focus. Das hat nichts mit dem zu fotografierenden Objekt zu tun, sondern mit der Bedienung an der Kamera: Bisher hatte ich normalerweise «Single Focus» eingestellt, d.h. bei Andrücken des Auslösers wurde entsprechend dem eingestellten Fokusfeld scharf gestellt. Solange der Auslöser halb durchgedrückt war, blieb auch die Distanz gespeichert. Das ist beim (teilweise verpönten) «Fokus-holen» ganz nützlich, sobald sich aber Objekte auf die Kamera zu oder weg bewegen, unbrauchbar. Dann muss mit «Continuos Focus» gearbeitet werden, also der dauernden Nachführung der Schärfeeinstellung bis zur Auslösung. Damit lässt sich aber der Fokus nicht an einem gewünschten Punkt holen und dann fixieren, weil er dauernd nachgeführt wird.

Nichts für Weicheier

Back Focus

Was aber haben Single oder Continuos Focus mit dem Back Focus zu tun? Nun, direkt eigentlich nichts, es geht hier lediglich um die Aktivierung der Scharfstellung. Wenn ich, wie bisher, die Scharfstellung durch Andrücken des Auslösers aktiviert habe, spricht man von «Front Focus», weil der Auslöseknopf eben bei der Kamera vorne liegt. Jetzt kann man die Aktivierung aber auch ausschliesslich auf den AF-ON-Knopf auf der Rückseite der Kamera (Back Focus) verlegen und gewinnt damit weiteren Gestaltungsspielraum. Denn sobald man den AF-ON-Knopf loslässt, wird der Fokus gespeichert und das auch im continuos Modus. Jetzt kann ich also den Fokus holen und unabhängig davon mit dem Auslöser die Belichtung. Nur: Während bisher die Scharfstellung quasi automatisch funktionierte, muss jetzt eben bewusst scharf gestellt werden. Das muss reflexartig passieren, was an diesem Wochenende noch nicht wirklich der Fall war (tolle Spielszenen, aber leider total unscharf…).

Chöme mer dänn i de Ziitig, oder im Internet? Fans der Winterthur Warriors.
Manchmal geht’s daneben…
…und manchmal klappt’s.
Kraftvolle Hintern.
Die weiten Pässe zu fangen ist gar nicht einfach.
Keine Ahnung, welchen Tanz hier der Schiedsrichter aufführt.
Touch Down.
Bildbesprechung. Im Vordergrund meine D850 mit dem 500mm f/4

BMX und Fussball

Am Sonntag, 17. Juni trafen wir uns in Volketswil zum 3. und 4. Lauf BMX Swisscup (U18). Die Veranstaltung ist ein grosser, gesamtschweizerischer Familienanlass mit hoher Westschweizer Beteiligung. Die meisten haben sich auf dem Campingplatz jenseits der Bahnlinie eingerichtet. Ich hatte mich entschlossen, auf Grund des Gewichtes heute ausschliesslich auf das 500mm f/4 zu setzen. Die BMX-Bahn ist eher kurz und mit 500mm Brennweite ist man fast zu tief drin. Deshalb hatte ich mir zuerst einmal einen Platz weit ausserhalb des eigentlichen Renngeländes ausgesucht, der mir aber eine gute Perspektive auf einen spektakulären Sprunghügel erlaubt und bei dem auch der Hintergrund wenig strukturiert war.

Sprung in die erste Haarnadelkurve nach der Startgeraden.
Bis 18 fahren die Mädchen mit den Knaben zusammen.

Besonders herausfordernd wird es dann bei direkten Bewegungen auf die Kamera zu.

Intuitiv hätte man ausgezoomt, aber mit Festbrennweite ist das (zum Glück) nicht möglich.
Die geringe Schärfentiefe bei offener Blende verschafft – Tiefe…
Oft sind es Nebensächlichkeiten, die nicht weniger tolle Motive ergeben. Zwei Flachwagen der SBB waren als mobile Tribünen aufgestellt worden. Aber anstatt BMX gucken balancieren die Mädchen lieber auf Schienen…

Na ja, zum Fussball gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Wir fuhren von Volketswil nach Uster zum 2.-Liga-Spiel Uster gegen Rafzerfeld im Buchholz-Stadion. Aber ich war nach anderthalb Tagen doch ziemlich müde (wohl nicht der einzige). Das Bild im Titel ist das einzig wirklich gelungene, die anderen waren, wohl meist aus Konzentrationsmängeln (Back-Focus!), unscharf.

Aber es war eine super Erfahrung, mit diesen langen Brennweiten arbeiten zu können, wenn damit auch (unerfüllbare) Begehrlichkeiten geweckt wurden.

Nochmals: Meine D850 mit dem 500mm f/4
Zum Schluss: Speicherkarten überspielen und (leider) Materialrückgabe…