Viva Cala Mesquida

Ein neuartiges Ferienerlebnis.

Das haben wir noch nie gemacht: «All inclusive»-Ferien. Nur selten waren wir bisher in Hotels, meist in einem gemieteten Haus, Appartement oder Wohnmobil, mit der entsprechenden Freiheit so zu leben, wie es uns passt, aber auch den damit verbundenen Pflichten wie kochen, putzen etc.
Der Entscheid für Mallorca wurde natürlich beeinflusst von der Tatsache, dass Mia die letzten zwei Ferienwochen ein Trainingslager in Sant Jordi haben würde.

Die Ankunftszeit des Rückfluges war um 23 Uhr, bereits eine kleine Verspätung hätte in diesem Falle dazu geführt, dass wir den Zug nach Schaffhausen nicht mehr erreicht hätten. Deshalb kam es zu einer weiteren Première: Mit dem Auto zum Flughafen. Aber wo parkieren, um nach über einer Woche nicht gleich armengenössig zu sein? Die Parkhäuser kamen nicht in Frage, die Langzeitparkdienste waren alle ausgebucht, aber über Airparks hatte ich beim Hotel Hilton am Airport noch ein Plätzchen gefunden. Neben dem relativ günstigen Preis war vor allem auch der unkomplizierte Shuttle-Service mit dem Hotelbus ausschlaggebend.

Der Hinflug mit der Swiss war O.K., die Eco-Sitze sind für meine Grösse auf Kurzstrecken gerade noch knapp erträglich. Es war bereits dunkel, als wir leicht verspätet in Palma landeten. Die Übernahme des Mietwagens war problemlos, jedenfalls weniger problemlos als der Mietwagen selbst. Eigentlich hatten wir eine Klasse «VW Touran» reserviert gehabt, bekommen haben wir einen Renault Captur. Dessen Kofferraum fasste, mit einigem Kraftaufwand, gerade noch unsere 3 Koffer, der Rest musste alles in den Fahrgastraum. Das war aber nicht das einzige Problem: Das Navigationssystem war von vorgestern und so begaben wir uns anfänglich auf eine Irrfahrt durch Mallorca. Spätestens als wir an der prächtigen Kathedrale von Palma vorbei fuhren war klar, dass wir total falsch lagen. Aber Madeleine kriegte das Navi schliesslich in den Griff und so waren wir dann bald Richtung Cala Mesquida unterwegs. Die letzten Kilometer fuhren wir über schmale, unbeleuchtete Landstrassen. Es war stockdunkel, sehr unangenehm zu fahren.

Inzwischen war Mitternacht vorbei und am nächsten Tag ging es zuerst einmal darum, die Umgebung zu erkunden.

Das Resort

Die Anlage liegt an einer Bucht und grenzt, inklusive Meeranteil, an drei Seiten an Naturschutzgebiet. Der Bereich des «Selection Club» ist neuerer Bauweise, aber im Stil des übrigen Gebäude gehalten und umfasst neben «unserem» Frühstücks- und Mittagessen-Restaurant «La Terraza» auch einen exklusiven Poolbereich und das Fitness-Center. 

Die Suite

Wir hatten eine Zwei-Zimmer-Suite mit Kochnische und eigener Dachterrasse mit Whirlpool. Von den vier Schlafplätzen waren zwei auf der ausziehbaren Couch, was dann den Raum schon etwas eng machte. Dafür hatte es einen Fernseher in jedem Raum mit praktisch nur Deutschsprachigen Sendern…
Neben dem Whirlpool, den wir intensiv nutzten, war die Dachterrasse auch ein wundervoller Ort für Apéros (einfach an der Bar holen gehen…) und bot zu jeder Tageszeit eine fantastische Aussicht.

Der Strand

Auch der Strand mit der dahinterliegenden Düne gehört zum Naturschutzgebiet und schien in den ersten Tagen eher mässig besucht. Das hatte aber nichts mit dem Strand selbst zu tun, sondern mit den heftigen Winden, die ein wohliges Fläzen so ziemlich verunmöglichten.
Dazu kam, dass der Strand während zwei Tagen sturmflutartig überschwemmt war. 
Wie der Strand im «Normalbetrieb» aussieht, durften wir auch noch erleben, aber das ist definitiv nicht unser Ding.

Talaia de Son Jaumell

Der Talaia de Son Jaumell, auch Torre de Son Jaumell ist ein nur als Ruine erhaltener historischer Wachturm. Der Name «Son Jaumell» ist wahrscheinlich eine Verballhornung von Jaume II (Jakob II.), der im Jahr 1300 den naheliegenden Ort Capdepera gegründet hat (Wiki).
Dieser Wachturm war gut sichtbar und es war klar, dass ich da hin wollte. Und zwar früh morgens, was zur Folge hatte, dass ich alleine unterwegs war. 
Der Weg führt durch karstiges Gebiet und steigt am Schluss so steil an, dass man auch die Hände für sicheres Vorwärtskommen brauchen kann. 
Die Sicht vom Gipfel, obwohl nur 271 Meter über Meer, ist wunderschön.

Colònia de Sant Jordi

Der Grund, die Herbstferien auf Mallorca und nicht wie bereits elfmal auf Sardinien zu verbringen war, dass Mia ihr Trainingslager in Sant Jordi hatte. So quetschten wir uns dann wieder in den Renault Captur (der eine Woche nur rumgestanden war) und fuhren in etwas mehr als einer Stunde nach Sant Jordi. Dabei passierten wir auch Sant Llorenç, den Ort, in dem bei Unwettern am 9. Oktober 13 Menschen ums Leben gekommen sind.  

Colònia de Sant Jordi ist ein Teil der Gemeinde Ses Salines und die Salinen sind auch augenfällig. Eine Nacht verbrachten wir zu dritt noch im Universal Hotel Marqués inmitten von Schweizer Touristen. Richtig heimelig…

Palma de Mallorca

Ein weiteres Highlight, aber nicht im positiven Sinne, war der Einkaufsbummel in Palma vor dem Abflug. Zuerst standen wir gefühlte drei Stunden im Stau, um uns anschliessend durch enge Gassen mit Millionen anderer Touristen zu pflügen. Natürlich hat es coole Läden, aber wenn Tausende Passagiere eines eben angelegten Kreuzfahrtschiffs die Stadt fluten, dann ist es einfach zuviel.
Die Rückgabe des Mietwagens war problemlos, aber am Check-In schien man keine Kenntnis davon zu haben, dass wir für das Gepäck bereits bezahlt hatten. Der Einfachheit halber nochmals bezahlt und dann bei der Swiss den Betrag wieder zurückgefordert. Hat problemlos geklappt.
Trotz verspätetem Abflug und Verzögerung beim Umfliegen einer Gewitterzelle über Marseille sind wir genug früh in Zürich angekommen, um mit dem letzten Shuttlebus zum Hilton fahren zu können. Kurz nach Mitternacht waren wir wohlbehalten zuhause.
Mia erlebte in den ersten zwei Trainingstagen das Unwetter hautnah mit. Die Strassen von Sant Jordi standen knöcheltief unter Wasser, das Training fiel wegen Gewittern teilweise aus. Aber auch sie ist zwei Wochen nach uns wieder zuhause angekommen.

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