Weisse Weihnachten?

Zu Beginn sah es nicht ganz danach aus. Aber der Reihe nach.

Den ganzen Tag noch für die Abfahrt am Abend vorbereitet. Den mit Abstand grössten Anteil hatte, wie immer, meine liebste Madeleine. Damit ich doch noch mithelfen konnte, hatte ich noch einen Tag frei genommen, die Kinder waren ja noch in der Schule (und erfahrungsgemäss auch keine grosse Hilfe).
Abfahrt um Punkt 5 und eigentlich flüssiger Verkehr, sogar auf dem Nordring. Ab Amsteg dann auf der Kantonsstrasse Kolonnenverkehr wegen Schlaumeiern, die dann in Wassen wieder auf die Autobahn wollten und promt einen Stau verursachten, weil die Einfahrt natürlich nicht frei war.
Bis Realp dann im Schneeregen und knapp 5 Minuten nach unserer Ankunft fuhr der Zug auch schon ab. Die Wette um das Wetter ennet des Furkatunnels gewann Madeleine: Starker Schneefall, frisch und ungepfadet. Da hatte es teilweise 15 bis 20 cm Schnee auf der Strasse. Der 4X4 war da schon beruhigend, aber das Tempo natürlich trotzdem niedrig.
Um halb zehn sind wir dann in Blatten angekommen, aber damit war die Sache noch nicht erledigt. Immerhin waren die Betten schon bezogen, aber das Gepäck drei Stockwerk hochschleppen – da kamen wir nicht drum herum. Es war übrigens ein Wunder, dass wir überhaupt alles ins Auto reingekriegt hatten.

Familienskitag

Das erste mal seit Jahren standen wieder alle miteinander auf der Piste. Für mich war es wahrscheinlich das erste mal seit 2014, Mia war auch seit drei Jahren nicht mehr dabei.
Der Morgen sah noch nicht besonders vielversprechend aus und auch an der Talstation am Nachmittag konnte man sich kaum gute Bedingungen vorstellen. Aber oben war es, abgesehen von der miserablen Sicht und vom starken Wind super: Sehr guter Schnee und fast gar keine Leute. Nie auch nur eine Sekunde anstehen. Das wird dann schon wieder anders, wenn das Wetter besser wird.
Mir hat’s auch Spass gemacht, aber nach zwei Stunden war ich bereits müde und habe mit Lily den Rückweg angetreten. Aber nicht viel später sind uns Madeleine und Mia gefolgt.

Es folgte ein Tag mit noch schlechterem Wetter und wir entschieden uns, nicht auf die Pist zu gehen.

Halbweisse Weihnacht

Über Nacht hatte es noch stärker getaut und bis in den frühen Nachmittag fiel teilweise sintflutartiger Regen. Erst zögerlich wandelte er sich in Schnee, aber das reichte dann doch noch für ein Zückerchen auf den vorher schwarzen Bäumen. Auf der Webcam verfolgten wir die Wetterentwicklung auf der Piste und die war nicht einladend. Erste gegen halb fünf zeigte sich sogar noch blauer Himmel. Aber dann war es zu spät.
Im Pool hatte es zuviele Leute (9!) und deshalb verzichteten wir auch auf’s Schwimmen.

Unter dem Sessellift…

Das zweitemal seit mindestens 3 Jahren waren wir wieder als Familie auf der Piste. Prachtswetter, relativ wenig Leute Topp-Schnee und ich bin unter den Sessellift geraten… Das ging so: Ich erklärte mich bereit, zwei kleine Mädchen aus der Skischule zu begleiten. Die beiden quatschen während der ganzen Fahrt und lehnten sich auf den Sicherheitsbügel. An der Bergstation musste ich sie fast anbrüllen, zurückzulehnen, damit wir den Bügel öffnen konnten. Die eine wollte dann gerade aussteigen, aber das war noch etwas zu früh: Ihr Skis blieben stecken und verkanteten so, dass meine ebenfalls blockiert wurden. Ich konnte nicht mehr absteigen und die Skis drehten und zerrten an meinen Beinen. Ich hatte Schiss, dass da irgendwas kaputt geht und liess mich dann einfach aus dem Sessel fallen. In den Schnee zwar, aber der war steinhart… Und dann wurde der Lift gestoppt und ich konnte unter dem Sessel hervorkriechen. Ausser einer Prellung am Oberschenkel bin ich wohl ohne bleibende Schäden davongekommen…

Mia beendete den Tag frühzeitig, weil ein Fuss schmerzte, aber Lily war nicht zu stoppen. Erst nach einem kunstvollen doppelten Überschlag, wo sie aber direkt weiterfuhr, war’s dann auch genug.

Blindbärgji

Meine Glieder waren schwer und im Kopf hämmerte es dumpf. Auch zweimal Tonopan schien nicht zu helfen. Madeleine und Mia machten sich auf die Piste, Lily blieb mit Bein- und Rückenschmerzen bei mir. Nach etwa anderthalb Stunden Schlaf über Mittag war ich dann doch so fit, um mit Lily zusammen einen Sparziergang zu unternehmen. Bis zum Aussichtspunkt Blindbärgji schafften wir es problemlos.

Am Abend war Reka-Raclette angesagt. Wir hatten den strategisch besten Platz zu den Öfen, aber anstehen muss man dann halt doch. Madeleine suchte einen «Michabel» 2014 aus, von dem ich beim Probieren sofort wusste, dass er auch ihr schmecken wird. Und wirklich: Mindestens einmal hat sie sich nachgeschenkt! Das ist seit Jahren nicht mehr passiert…
Lily war es zu laut, sie verabschiedet sich als erste, Mia folgt kurz darauf. Aber auch wir schaffen es, vor dem Reka-Bingo zu entfleuchen.

Letzter Skitag

Das Wetter ist nicht mehr so toll, aber die Ski-Verhältnisse sind es nach wie vor. Ausserdem hat es nicht zuviele Leute. Nachdem jetzt auch die Piste bis ganz oben wieder geöffnet war, liess ich es mir nicht nehmen, den langen Skilift zum Hohstock auf über 3’000m zu nehmen. Die Abfahr war schwarz markiert, aber eigentlich nicht besonders anspruchsvoll. Danach traf ich bei Hohbiel wieder auf meine Familie und wir verbrachten noch einen relativ intensiven Skinachmittag, unterbrochen einmal von einer kurzen Mittagspause auf der Sonnenterrasse auf der Bruchegg.

Rückfahrt durch das zauberhaft Goms

Knapp nach 9 Uhr waren wir bereits unterwegs nach hause. Bisher waren wir immer auf der Route über den Lötschberg unterwegs, um noch in Muri Weihnachten nachzufeiern. Mit Madeleines Eltern in Schaffhausen ist dieser Umweg nicht mehr nötig und wir hatten die Gelegenheit, einmal bei Tag durchs Goms zu fahren. Je näher die Verladestation Oberwald rückte, desto lieblicher schien das Tal: Keine Blöcke, die Dorfbilder verschandelten und eine relativ weite, helle Ebene. Ich bin ja schon einige Male über den Nufenen oder den Grimsel gefahren, aber das war mir so gar nicht mehr bewusst. Müsste man sich als Feriendestination wirklich überlegen…
Die Fahrt war problemlos, ohne Stau auch auf der Westumfahrung und dem Nordring. Dafür Rückkehr in die Nebelsuppe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.